
Nachtschweiß: Ursachen, Symptome, Behandlung & Prävention
Nachtschweiß, auch als nächtliche Hyperhidrose bekannt, bezeichnet das übermäßige Schwitzen während des Schlafs. Es kann viele Ursachen haben, von harmlosen Faktoren wie warmen Schlafbedingungen oder einer ungeeigneten Bettdecke bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über Nachtschweiß: seine Ursachen, Symptome, Diagnoseverfahren und wie Sie ihn behandeln und vorbeugen können.
- Definition: Nachtschweiß ist übermäßiges Schwitzen im Schlaf, das nicht durch äußere Faktoren wie hohe Raumtemperatur oder eine schwere Bettdecke verursacht wird.
- Häufigkeit: Rund 10–40 % der Menschen berichten von Schwitzattacken in der Nacht, besonders im Alter von 40 bis 55 Jahren.
- Ursachen: Von Umweltfaktoren über hormonelle Schwankungen bis hin zu schweren Krankheiten wie Krebs oder Autoimmunerkrankungen.
- Behandlung: Häufig durch gezielte Therapie der Grunderkrankung. Idiopathischer Nachtschweiß bleibt selten und erfordert alternative Möglichkeiten.
- Prävention: Optimierung der Schlafumgebung, Stressabbau und gesunde Lebensgewohnheiten.
Was ist Nachtschweiß?
Nachtschweiß bezeichnet übermäßiges Schwitzen in der Nacht, bei dem Bettwäsche und Kleidung so stark durchnässt sein können, dass Betroffene sich umziehen oder die Bettlaken wechseln müssen. Diese Schwitzattacken unterscheiden sich vom normalen Schwitzen, das der Körper zur Temperaturregulation nutzt, da sie meist unabhängig von äußeren Faktoren wie hohen Raumtemperaturen, einer ungeeigneten Bettdecke oder anderen Schlafbedingungen auftreten.
Medizinisch wird Nachtschweiß in zwei Kategorien unterteilt:
- Primäre Hyperhidrose: Übermäßiges Schwitzen ohne erkennbare Ursache, oft auf eine Fehlregulation der Schweißdrüsen zurückzuführen.
- Sekundäre Hyperhidrose: Starkes Schwitzen in der Nacht als Symptom einer zugrundeliegenden Erkrankung, wie z. B. Infektionen, hormonelle Schwankungen, Stoffwechselerkrankungen oder neurologische Störungen.
Das übermäßige Schwitzen wird auch als nächtliche Hyperhidrose oder Hyperhidrosis nocturna bezeichnet. Es ist wichtig, die Ursachen medizinisch abzuklären, um gezielte Behandlungsmaßnahmen zu entwickeln.
Ursachen von Nachtschweiß
Nachtschweiß kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, die von äußeren Bedingungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen reichen. Während gelegentliches nächtliches Schwitzen meist harmlos ist, sollte wiederholtes oder starkes nächtliches Schwitzen ärztlich abgeklärt werden.
Umweltfaktoren
Äußere Bedingungen spielen eine wichtige Rolle bei der Temperaturregulation des Körpers. Wenn die Umgebung zu warm ist, kann der Körper eine übermäßige Schweißproduktion als natürliche Reaktion einsetzen.
Häufige Ursachen für Nachtschweiß sind:
- Hohe Raumtemperatur: Experten empfehlen eine Raumtemperatur zwischen 18–21°C, um starkes Schwitzen in der Nacht zu vermeiden.
- Ungeeignete Bettwaren: Dicke Bettdecken, Matratzen mit schlechter Luftzirkulation oder synthetische Materialien können die Schweißproduktion verstärken.
- Schlechte Belüftung: Ein schlecht gelüftetes Schlafzimmer kann die Körpertemperatur erhöhen und zu Schwitzattacken führen.
Hormonelle Störungen
Hormonelle Schwankungen beeinflussen die Wärmeregulierung des Körpers und können zu Schweißausbrüchen in der Nacht führen. Typische hormonellen Ursachen sind:
- Wechseljahre (Menopause): Viele Frauen erleben in dieser Zeit Hitzewallungen und Nachtschweiß, bedingt durch Veränderungen im Hormonhaushalt, insbesondere durch Schwankungen von Östrogen und Progesteron.
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Eine überaktive Schilddrüse erhöht die Körpertemperatur und kann übermäßiges Schwitzen in der Nacht auslösen.
- Niedriger Testosteronspiegel bei Männern: Ein sinkender Testosteronspiegel, beispielsweise durch Stress oder Alter, kann zu vermehrtem Schwitzen im Schlaf führen.
Erkrankungen
Bestimmte Erkrankungen können starkes Schwitzen in der Nacht verursachen:
- Infektionen: Krankheiten wie Tuberkulose, HIV, Malaria und Endokarditis sind bekannte Ursachen für nächtliches Schwitzen. Besonders chronische Infektionen gehen oft mit wiederholten Schwitzattacken einher.
- Autoimmunerkrankungen: Krankheiten wie Rheumatoide Arthritis oder Polymyalgia rheumatica können Fieber und Schweißattacken auslösen.
- Krebserkrankungen: Besonders Hodgkin-Lymphome und Leukämien stehen mit Schweißausbrüchen nachts in Verbindung
Stoffwechselstörungen
Stoffwechselerkrankungen können die Körpertemperatur beeinflussen und zu starkem nächtlichen Schwitzen führen. Häufige Stoffwechselstörungen, die Schweißausbrüche in der Nacht auslösen können, sind:
- Diabetes mellitus: Nächtliches Schwitzen kann durch Unterzuckerung (Hypoglykämie) entstehen, insbesondere wenn Blutzuckerschwankungen auftreten. Besonders Diabetes-Patient:innen mit Insulintherapie sind betroffen.
- Morbus Cushing: Eine Überproduktion von Cortisol beeinflusst den Hormonhaushalt, steigert den Stoffwechsel und kann Schwitzattacken sowie eine erhöhte Körpertemperatur verursachen.
- Schlafapnoe: Bei obstruktiver Schlafapnoe können spezielle Atemmasken (CPAP-Therapie) helfen, Atemaussetzer zu verhindern und übermäßigen Schweiß zu reduzieren.
Medikamente als Ursache
Verschiedene Medikamente können Nachtschweiß als Nebenwirkung auslösen. Dazu gehören:
- Psychopharmaka: Antidepressiva, insbesondere selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), sind häufige Auslöser von Nachtschweiß.
- Hormonpräparate: Medikamente zur Hormontherapie (z. B. Östrogenpräparate oder Testosteronersatztherapien) können die Körpertemperatur beeinflussen.
- Blutdrucksenker: Einige Betablocker und Kalziumkanalblocker stehen in Zusammenhang mit Nachtschweiß.
- Zytostatika: Medikamente zur Chemotherapie können als Nebenwirkung Schweißausbrüche verursachen.
- Neurologische Medikamente: Arzneimittel gegen Parkinson oder Epilepsie können ebenfalls starkes nächtliches Schwitzen auslösen.
Psychische Belastungen

Emotionale Faktoren und psychische Erkrankungen beeinflussen die Ausschüttung von Stresshormonen, die wiederum die Schweißdrüsen aktivieren. Zu den häufigsten psychisch bedingten Ursachen von Nachtschweiß gehören:
- Stress: Hohe Stresslevel und Belastungen im Alltag können die Cortisolproduktion anregen, was zu vermehrtem Schwitzen führt.
- Angststörungen und Panikattacken: Betroffene berichten oft über nächtliche Schweißausbrüche in Verbindung mit Herzklopfen oder Atemnot.
- Depressionen: Einige Menschen mit Depressionen leiden unter einer gestörten Thermoregulation, die Nachtschweiß begünstigen kann.
Idiopathischer Nachtschweiß
In einigen Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache für Nachtschweiß feststellen. Dies wird als idiopathischer Nachtschweiß bezeichnet. Mögliche Erklärungen umfassen eine Überempfindlichkeit der Schweißdrüsen oder eine gestörte Temperaturregulation des Körpers.
Symptome von Nachtschweiß
Nachtschweiß kann sich in unterschiedlicher Intensität äußern – von leichtem nächtlichen Schwitzen bis hin zu starken Schweißausbrüchen, die die Schlafqualität und das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen.
Dabei sind folgende Symptome typisch:
- Übermäßiges Schwitzen während des Schlafs: Betroffene wachen mit feuchter oder durchnässter Kleidung und Bettwäsche auf, ohne dass äußere Schlafbedingungen, wie eine hohe Raumtemperatur, dies erklären können.
- Nasses Bettzeug und durchgeschwitzte Kleidung: In einigen Fällen kann das Schwitzen so stark sein, dass Betroffene ihre Nachtwäsche oder die Bettlaken mehrmals wechseln müssen.
- Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit: Wiederholtes Erwachen durch Schweißausbrüche nachts kann zu unruhigem Schlaf, Konzentrationsproblemen und Tagesmüdigkeit führen.
Zusätzliche Symptome, die auf ernste Erkrankungen hinweisen können:
- Ungewollter Gewichtsverlust: Kann auf chronische Infektionen oder bösartige Erkrankungen hindeuten.
- Fieber: Häufig in Verbindung mit Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder Endokarditis.
- Herzklopfen oder erhöhter Puls: Kann auf hormonelle Störungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Stressreaktion hinweisen.
- Atemnot oder Brustschmerzen: Sollten ärztlich abgeklärt werden, da sie mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Schlafapnoe in Zusammenhang stehen können.
Wann ist Nachtschweiß bedenklich?
Gelegentliches nächtliches Schwitzen ist meist harmlos. Wenn jedoch folgende Warnzeichen auftreten, sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden:
- Nachtschweiß tritt regelmäßig über mehrere Wochen auf.
- Zusätzliche Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Gewichtsverlust oder Atembeschwerden sind vorhanden.
- Die Schweißausbrüche beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich und führen zu wiederkehrenden Schlafstörungen.
Diagnoseverfahren
Da Nachtschweiß viele Ursachen haben kann, ist eine genaue ärztliche Abklärung wichtig, um harmlose von ernsthaften Auslösern zu unterscheiden. Die Diagnose erfolgt in mehreren Schritten und umfasst eine Anamnese, gezielte Untersuchungen und gegebenenfalls eine Überweisung an Fachärzte.
Anamnese: Die Erhebung der Krankengeschichte
Im ersten Schritt führt die Ärztin oder der Arzt ein ausführliches Gespräch, um mögliche Ursachen einzugrenzen. Wichtige Fragen hierbei sind:
- Seit wann und wie oft tritt der Nachtschweiß auf?
- Gibt es Begleitsymptome? (z. B. Fieber, Gewichtsverlust, Erschöpfung, Atemnot, Herzrasen?)
- Bestehen bekannte Vorerkrankungen wie Schilddrüsenstörungen, Diabetes oder Infektionen?
- Werden Medikamente eingenommen? (z. B. Antidepressiva, Blutdrucksenker oder Hormonersatztherapien, die als Nebenwirkung Nachtschweiß auslösen können)
- Liegt eine familiäre Vorgeschichte von Stoffwechsel- oder Tumorerkrankungen vor?
Diese Informationen helfen der Ärztin oder dem Arzt, einzuschätzen, ob harmlose Ursachen vorliegen oder eine weiterführende Diagnostik notwendig ist.
Untersuchungen: Labortests und bildgebende Verfahren
Wenn die Anamnese Hinweise auf eine zugrundeliegende Erkrankung liefert, können verschiedene Untersuchungen zur weiteren Abklärung erfolgen:
Blutuntersuchungen:
- Bestimmung der Schilddrüsenwerte (TSH, fT3, fT4): Kann eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ausschließen oder bestätigen.
- Hormonspiegelmessung: Untersuchung der Östrogen-, Testosteron- oder Cortisolwerte, falls hormonelle Ursachen vermutet werden.
- Entzündungsmarker (CRP, BSG, Leukozytenzahl): Gibt Hinweise auf Infektionen oder Autoimmunerkrankungen.
- Blutzuckerwerte (HbA1c, Glukose): Kann eine nächtliche Unterzuckerung bei Diabetes mellitus nachweisen.
- Tumormarker (z. B. LDH, Beta-2-Mikroglobulin): Werden bei Verdacht auf bestimmte Krebserkrankungen wie Lymphome untersucht.
Bildgebende Verfahren:
- Ultraschalluntersuchung (Sonografie) der Lymphknoten oder Bauchorgane bei Verdacht auf Infektionen oder Tumoren.
- Röntgen oder CT der Lunge, um Infektionen wie Tuberkulose auszuschließen.
- MRT (Magnetresonanztomographie), wenn neurologische Ursachen wie Parkinson oder Multiple Sklerose abgeklärt werden müssen.
Fachärztliche Abklärung

Falls eine spezielle Ursache für den Nachtschweiß vermutet wird, erfolgt eine Überweisung an Fachärzte:
- Endokrinolog:innen: Bei Verdacht auf hormonelle Störungen oder Stoffwechselerkrankungen.
- Kardiolog:innen: Falls ein Zusammenhang mit Herzerkrankungen oder Bluthochdruck vermutet wird.
- Neurolog:innen: Falls Nachtschweiß mit Parkinson, Multipler Sklerose oder einer Nervenschädigung in Verbindung stehen könnte.
- Onkolog:innen: Falls sich aus der Diagnostik ein Hinweis auf maligne Erkrankungen (z. B. Lymphome oder Leukämien) ergibt.
- Schlafmediziner:innen: Falls eine Schlafapnoe oder andere schlafbezogene Ursachen für den Nachtschweiß infrage kommen.
Behandlung von Nachtschweiß
Die Behandlung von Nachtschweiß richtet sich nach der Ursache. Falls eine medizinische Erkrankung die Schweißausbrüche auslöst, ist die gezielte Behandlung dieser Erkrankung entscheidend. In anderen Fällen können Lebensstiländerungen und unterstützende Maßnahmen helfen, das nächtliche Schwitzen zu reduzieren.
Behandlung der Grunderkrankung
Falls Nachtschweiß durch eine medizinische Erkrankung verursacht wird, konzentriert sich die Behandlung auf die Beseitigung der Ursache:
Infektionen
- Bakterielle Infektionen wie Tuberkulose oder bakterielle Endokarditis werden in der Regel mit Antibiotika behandelt.
- Virale Erkrankungen (z. B. HIV oder virale Hepatitis) können mit antiviralen Medikamenten therapiert werden.
Hormonelle Störungen
- Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) helfen Medikamente wie Thyreostatika, um die Schilddrüsenaktivität zu regulieren.
- Hormonelle Schwankungen in den Wechseljahren können mit einer Hormonersatztherapie (HRT) behandelt werden. Diese wird jedoch nur nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt.
Schlafapnoe
- Bei obstruktiver Schlafapnoe können spezielle Atemmasken (CPAP-Therapie) helfen, Atemaussetzer zu verhindern und nächtliches Schwitzen zu reduzieren.
- In schweren Fällen kann eine chirurgische Korrektur (z. B. Gaumensegelstraffung) notwendig sein.
Stoffwechselerkrankungen
- Bei nächtlichen Unterzuckerungen durch Diabetes mellitus kann eine Anpassung der Insulintherapie oder Ernährung helfen, Blutzuckerschwankungen zu vermeiden.
- Bei Morbus Cushing (zu viel Cortisol) kann eine medikamentöse oder chirurgische Therapie notwendig sein.
Psychische Ursachen
- Nachtschweiß infolge von Angststörungen oder Depressionen kann durch eine gezielte Psychotherapie (z. B. kognitive Verhaltenstherapie) behandelt werden.
- In einigen Fällen sind medikamentöse Behandlungen mit Anxiolytika oder Antidepressiva sinnvoll.
Lebensstiländerungen zur Reduzierung von Nachtschweiß
Falls keine Grunderkrankung vorliegt oder unterstützende Maßnahmen nötig sind, können folgende Veränderungen helfen:
Ernährungsgewohnheiten und Substanzen vermeiden
- Alkohol, Koffein und Nikotin können das Nervensystem anregen und die Schweißproduktion erhöhen. Ein Verzicht oder eine Reduktion kann helfen.
- Scharfes Essen kann die Durchblutung und die Aktivität der Schweißdrüsen verstärken.
Optimierung der Schlafbedingungen
- Die Raumtemperatur sollte zwischen 18–21°C liegen, um Hitzestaus zu vermeiden.
- Leichte, atmungsaktive Nachtkleidung und Bettwäsche aus Baumwolle oder Leinen fördern die Luftzirkulation und verhindern übermäßiges Schwitzen.
- Eine gut belüftete Matratze kann helfen, Wärme besser abzuleiten.
Stressabbau und Entspannungstechniken
- Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung helfen, das Stressniveau zu senken und das vegetative Nervensystem zu beruhigen.
- Regelmäßige körperliche Aktivität kann das allgemeine Wohlbefinden steigern, sollte jedoch nicht direkt vor dem Schlafengehen stattfinden.
Alternative und unterstützende Maßnahmen
Neben schulmedizinischen Ansätzen gibt es alternative Methoden, die unterstützend eingesetzt werden können. Dabei sollte stets beachtet werden, dass nicht alle Verfahren wissenschaftlich belegt sind.
Salbeitee zur Reduzierung der Schweißproduktion
- Salbeitee (Salvia officinalis) enthält Gerbstoffe, die die Aktivität der Schweißdrüsen reduzieren können.
- Eine Studie zeigte, dass regelmäßiger Konsum von Salbeitee über 2–4 Wochen eine messbare Reduktion der Schweißbildung bewirken kann.
Akupunktur
Akupunktur wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zur Regulation des vegetativen Nervensystems eingesetzt. Einige Studien weisen darauf hin, dass Akupunktur eine lindernde Wirkung auf stressbedingtes Schwitzen haben kann, jedoch sind die Ergebnisse nicht eindeutig.
Homöopathische Ansätze
Präparate wie Belladonna, Sepia oder Sulfur werden in der Homöopathie gegen vermehrtes Schwitzen eingesetzt. Wissenschaftliche Nachweise für die Wirksamkeit sind allerdings begrenzt, weshalb homöopathische Mittel nur ergänzend genutzt werden sollten.
Hinweis: Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?
Falls Nachtschweiß über längere Zeit auftritt oder den Alltag erheblich beeinträchtigt, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Prävention von Nachtschweiß
Da Nachtschweiß viele Ursachen haben kann, ist eine gezielte Prävention wichtig. Durch eine angepasste Schlafumgebung, Entspannungstechniken und einen gesunden Lebensstil kann übermäßiges nächtliches Schwitzen häufig reduziert oder verhindert werden. Wer erste Anzeichen für Schlafstörungen bemerkt, kann durch einfache Tipps vorbeugen und die Schlafqualität verbessern.
Optimale Schlafbedingungen schaffen
Die richtige Schlafumgebung ist entscheidend, um übermäßiges Schwitzen in der Nacht zu vermeiden.
- Raumtemperatur regulieren: Eine Schlafzimmertemperatur von 18–21°C wird empfohlen, um eine Überhitzung zu verhindern. Ein Thermometer kann helfen, die optimale Temperatur zu überwachen.
- Atmungsaktive Bettwäsche und Matratzen verwenden: Bettwäsche aus Baumwolle oder Leinen sorgt für bessere Luftzirkulation und leitet Feuchtigkeit ab.
- Gute Schlafhygiene praktizieren: Wer regelmäßig schlafen geht, kann die nächtlichen Schwitzattacken reduzieren. Zudem hilft tägliches Lüften des Schlafzimmers, um die Raumfeuchtigkeit zu regulieren.
Entspannung vor dem Schlafengehen fördern
Stress und mentale Anspannung sind häufige Ursachen für Nachtschweiß. Eine entspannte Abendroutine kann helfen, das vegetative Nervensystem zu beruhigen.
- Bildschirmlicht und aufregende Inhalte vermeiden: Blaulicht von Smartphones, Tablets und Laptops hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Spannende Filme oder Diskussionen am Abend können das Stressniveau erhöhen und zu nächtlichem Schwitzen beitragen.
- Melatoninproduktion fördern: Dimmen von Lichtern eine Stunde vor dem Schlafengehen kann den natürlichen Schlafrhythmus unterstützen. Eine feste Einschlafzeit signalisiert dem Körper, wann es Zeit ist, zur Ruhe zu kommen.
Entspannungstechniken nutzen: Atemübungen, Meditation oder progressive Muskelentspannung nach Jacobson können helfen, das Nervensystem zu beruhigen.
Warme Bäder mit beruhigenden Zusätzen wie Lavendel oder Baldrian können die Schlafqualität verbessern.
Regelmäßiger Schlafrhythmus
Ein geregelter Schlaf-Wach-Zyklus unterstützt die natürliche Regulation der Körpertemperatur.
- Feste Schlafenszeiten einhalten: Jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett gehen und aufstehen, auch an Wochenenden. Mindestens 7–8 Stunden Schlaf pro Nacht einplanen.
- Powernaps vermeiden: Zu lange oder späte Mittagsschläfchen können den Nachtschlaf beeinträchtigen.
- Koffein und schwere Mahlzeiten abends reduzieren: Koffein stimuliert das Nervensystem und kann Nachtschweiß verstärken. Leichte Abendmahlzeitenmit wenig Fett und Gewürzen sind besser verdaulich und schonen den Kreislauf.
Bewegung und Lebensstiloptimierung
Körperliche Aktivität und eine gesunde Lebensweise tragen zur besseren Regulation der Körpertemperatur bei.
- Regelmäßige Bewegung in den Alltag integrieren: 30–45 Minuten moderate Bewegung (z. B. Spaziergänge, Radfahren oder Yoga) pro Tag fördern den Stoffwechsel und reduzieren Stress. Sport am Abend sollte nicht zu intensiv sein, da eine hohe Körpertemperatur das Einschlafen erschwert.
- Übergewicht reduzieren: Studien zeigen, dass Übergewicht eine der häufigsten Ursachen für übermäßiges Schwitzen ist, da der Körper mehr Wärme produziert. Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und ausreichend Proteinen unterstützt eine bessere Gewichtsregulation.
- Genussmittel einschränken: Alkohol, Nikotin und stark gewürzte Speisen können den Kreislauf anregen und zu Schweißausbrüchen führen. Viel Wasser trinken, um eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu gewährleisten.
Tipp:
Wer auf erste Anzeichen von nächtlichem Schwitzen achtet und seine Schlafbedingungen anpasst, kann die Häufigkeit von Schweißausbrüchen in der Nacht reduzieren. Ein fester Schlafrhythmus, Entspannungstechniken und gesunde Lebensgewohnheiten sind bewährte Tipps, um Nachtschweiß vorzubeugen.
Fazit
Nachtschweiß kann viele Ursachen haben, von harmlosen äußeren Faktoren bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Eine genaue Diagnose und die Behandlung der zugrundeliegenden Ursachen sind entscheidend. Durch Lebensstiländerungen und eine optimierte Schlafhygiene lassen sich die Beschwerden oft erheblich reduzieren. Bei Unsicherheit oder begleitenden Symptomen sollte jedoch immer ein Arzt aufgesucht werden, um ernsthafte Grunderkrankungen auszuschließen.
Hinweis: Unsere Artikel dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtliche, medizinische oder versicherungstechnische Beratung dar. Ein Rechtsanspruch auf Leistungen aus unseren Versicherungstarifen kann daraus nicht abgeleitet werden. Maßgeblich sind die jeweils geltenden Vertragsgrundlagen (AVB sowie die jeweiligen Tarifbedingungen). Leistungsanträge werden im Einzelfall auf Vorliegen der Voraussetzungen für einen Leistungsanspruch geprüft. Unsere Ratgeber bieten Ihnen allgemeine Informationen, praktische Tipps und Empfehlungen zu verschiedenen Themenbereichen. Sie dienen zur Orientierung, ersetzen jedoch keine individuelle Beratung durch Experten wie Ärztinnen und Ärzte, Fachberaterinnen und Fachberater oder andere Spezialistinnen und Spezialisten.
Veste, V. (2022). Hyperhidrosis: Pathophysiology and Diagnosis. Springer.
Czeisler, C. A., & Klerman, E. B. (2005). Circadian and Sleep-Dependent Regulation of Hormonal Secretion in Humans. Journal of Endocrinology, 187(3), 187–203.
Schlereth, T., Dieterich, M., & Birklein, F. (2009). Hyperhidrosis - Causes and Treatment. Dtsch Arztebl Int, 106(3), 32-37.
Spiegel, K., et al. (2009). Effects of Diet and Exercise on Night Sweats and Sleep Quality. Journal of Applied Physiology, 107(1), 29–35.
Krieger, A. C., et al. (2012). Environmental Factors in Sleep Disorders: The Role of Temperature and Bedding. Journal of Clinical Sleep Medicine, 8(2), 177–183.
Pepicelli, G., et al. (2019). The Use of Sage (Salvia officinalis) for Treating Hyperhidrosis: A Review. Journal of Herbal Medicine, 19(1), 25-31.
Quigley, A., et al. (2015). Night Sweats: Diagnostic Evaluation and Management. American Family Physician, 91(5), 306-310.
Vickers, A. J., et al. (2012). Acupuncture for Chronic Pain: Individual Patient Data Meta-Analysis. Archives of Internal Medicine, 172(19), 1444-1453
Mold, J. W., et al. (2004). Associations Between Night Sweats and Other Sleep Disturbances in Primary Care Patients. The Journal of the American Board of Family Medicine, 17(4), 273-281.
Bouillaud, E., Pichereau, C., Bruneel, F., et al. (2013). Night Sweats and Their Significance in Intensive Care Medicine. Annals of Intensive Care, 3(1), 27.
Alle abgerufen am 13.03.2025
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel zum Thema "Gesundheit" finden Sie hier:


